Fahrer-Portrait Lennart Marioneck

"Erfolgreicher Quereinsteiger"

(2018)

 

Sparte:Automobil-Rundstrecke
Wohnort:Darmstadt
Ortsclub:uldaer AC e.V. im ADAC
Alter:30 Jahre
Beruf:Ingenieur
Fahrzeug:Lamborghini Gallardo R-EX
Sportliche Erfolge:2008: Vizemeister ADAC Logan Cup im Team ADAC Hessen-Thüringen 3
2009: Meister ADAC Logan Cup im Team GTO-Motorsport
2011: Meister ADAC Cruze Cup
2012: Vizemeister ADAC Procar Div. 2
2016: P2 Reiter Young Stars
2017: P3 GT4 European Series,
P2 Reiter Young Stars

 

2007 nahm Lennart Marioneck am Nationalen A-Lizenzlehrgang Automobil-Rundstrecke des ADAC Hessen-Thüringen teil. Er überzeugte sofort mit Schnelligkeit und Talent und so fand sich der 30-Jährige im ADAC Logan Cup wieder. Hier startete er in einem Team des ADAC Hessen-Thüringen, das mit einem Vizetitel und 2009 sogar mit dem Meistertitel überzeugen konnte. „Der Logan Cup war für mich rückblickend eine tolle Zeit. Die Arbeit im Team hat viel Spaß gemacht und es war eine perfekte Plattform für den Rennsport-Nachwuchs. Günstige Autos und Ersatzteile und ein großes, starkes Fahrerfeld machte die Serie nicht nur attraktiv, sondern auch lehrreich. Ich konnte mich in den zwei Jahren extrem weiterentwickeln – Punkte wie Rennintelligenz und Zweikampfverhalten kann man nur im Rennbetrieb lernen.“

Der Ingenieur vermisst solche Formen von Einstiegsserien heute.  „TCR, Formel 4, GT 4 sind tolle Formate, allerdings viel zu teuer. Wenn Du ein kleines Budget zur Verfügung hast, ist der Einstieg kaum machbar. Andere Serien sind kostengünstiger, verfügen aber über kein starkes Fahrerfeld, so dass die Weiterentwicklung für ein Talent kaum möglich ist.“


Nach dem Gewinn des ADAC Cruze Cup wurde das Mitglied des Fuldaer AC in die ADAC Stiftung Sport aufgenommen. Nach dem Vizetitel in der ADAC Procar Div. 2 folgte dann der Aufstieg in die ADAC  GT Masters. „Ohne finanziellen Background ist es schwer, sich in solch einem Fahrerfeld zu behaupten. Da steht auf der einen Seite der Profi, der täglich die Möglichkeit hat, Zeit im Rennauto zu verbringen und auf der anderen Seite die Amateure, die ihr ganzes Potential in 15 Tagen Rennbetrieb abrufen müssen. Da überlegst Du schon mal, ob Du im Ernstfall reinhältst, um vorne zu sein oder doch zurücksteckst, um das Rennen ohne Schaden beenden zu können.“

Um das finanzielle Problem zu lösen, bewies Lenny außergewöhnliche Eigeninitiative und ging wortwörtlich „Klinkenputzen“. Er überraschte beispielsweise ein Automobil Geschäft mit einem Auftritt in voller Rennfahrermontur. So schaffte er, was selten Fahrer in seinem Alter schaffen, er gewann so viele Sponsoren für sich, dass er seinen Traum weiter verfolgen konnte und zwar bis zum heutigen Tag. „Leider ist die Sponsorensuche viel schwerer geworden. Die meisten Firmen scheuen sich, in den Motorsport zu investieren, da das Interesse in der Öffentlichkeit nachgelassen hat. Klar, die Spitzen Serien wie Formel 1 und Moto GP haben hohe Einschaltquoten, aber unbekanntere Serien, gerade im Nachwuchsbereich, haben kaum Publicity.„

Was ihn an Motorsport fasziniert – der Perfektionismus, den man aufbringen muss, um sein Fahrzeug für die Dauer des gesamten Rennens am Limit zu halten.
Für die nächste Saison wünscht sich Lenny ein Cockpit in einem GT4 Germany Team. Die Suche läuft und wir sind sicher, dass er weiterhin alles geben wird, um sein Ziel zu erreichen – wir drücken ihm fest die Daumen!